Knallhart und seidenweich: Sandra Brown verführt mit der richtigen Mischung aus spannungsgeladenem Krimi und leidenschaftlicher Liebesgeschichte! Kein Geld, kein Job, keine Fans. Als der Ex-Football-Star Griff Burkett seine Haftstrafe abgesessen hat, kommt das Angebot des Millionärs Foster wie gerufen. Griff soll ein Kind mit dessen Frau Laura zeugen und Foster, der im Rollstuhl sitzt, zum Vater machen. Griff akzeptiert - und verliebt sich gegen seinen Willen in Laura. Als Foster auf unerklärliche Weise stirbt, ist Griff plötzlich der Hauptverdächtige in einem verdammt heißen Spiel ...
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9783764503086
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Das ist alles?" "Das ist alles." Griff Burkett warf eine kleine Reisetasche auf den Rücksitz und setzte
sich dann auf den Beifahrersitz. "Ich hatte nicht viel dabei. Und ich nehme hundertprozentig keine
Souvenirs mit." Er wollte garantiert keine Erinnerungsstücke an seinen Aufenthalt im BIG dem
offiziellen Kürzel für die Bundesjustizvollzugsanstalt in Big Spring, Texas. Er sank in die weichen
Lederpolster, richtete die Düse der Aircondition auf seinen Bauch, merkte, dass sie nicht losfuhren,
und sah daraufhin den Fahrer an. "Der Gurt." "Ach so. Stimmt." Griff zog den Gurt über seinen
Bauch und ließ ihn einrasten. Dann meinte er viel sagend: "Wir wollen doch keine Gesetze brechen."
Für einen Anwalt war Wyatt Turner ganz in Ordnung. Aber falls er auch nur einen Funken Humor
besaß, ließ er sich das nicht anmerken. Griffs trockene Bemerkung entlockte ihm nicht einmal ein
Lächeln. "Mann, Turner, was soll die Leichenmiene?", fragte Griff. "Heute ist ein Feiertag." "Leider
sind wir nicht die Einzigen, die ihn begehen." Turner lenkte Griffs Blick auf einen hässlichen,
olivgrünen Wagen, der auf einem Behindertenparkplatz stand. Unberechtigt, wie es aussah, denn am
Rückspiegel hing kein Behindertenzeichen. Griff erkannte weder Marke noch Modell, weil der Wagen
noch keine fünf Jahre alt war. Die langweilige Limousine hob sich allein dadurch hervor, dass ein
Mann am Lenkrad saß.
Griff fluchte leise. "Was will der denn hier?" "Dass Sie heute entlassen werden, war in allen
Zeitungen zu lesen, ich glaube nicht, dass er Champagner mitgebracht hat." "Warum ist er dann so
weit gefahren, um mich zu sehen?" "Ich nehme an, er will dort anknüpfen, wo Sie beide aufgehört
haben." "Aha." Der Gegenstand ihrer Unterhaltung, Stanley Rodarte, hatte so geparkt, dass er nicht
zu übersehen war. Griff sollte ihn bemerken. Und Griff hätte ihn überall erkannt, weil Stanley Rodarte
ein echt hässlicher Hurensohn war. Sein Gesicht sah aus wie mit einer Kettensäge aus einer alten
Eiche geschnitzt, ohne dass sich der Schnitzer die Zeit genommen hätte, die Kanten abzuschmirgeln.
Die Wangenknochen waren scharf wie Messerschneiden und legten strenge Schatten auf seine
gerötete, aknenarbige Haut. Seine Haare hatten Farbe und Fasson von staubigem Stroh. Hinter den
Gläsern seiner verspiegelten Sonnenbrille waren die gelblichen, wie Griff sich erinnerte Augen mit
einer Feindseligkeit auf Griff gerichtet, die selbst nach fünf Jahren kein bisschen verblasst war. Griff
zuckte scheinbar gleichgültig mit den Achseln. "Wenn er unbedingt seine Zeit vergeuden will."
Woraufhin Turner mit Weltuntergangsstimme entgegnete: "Er sieht das offensichtlich anders." Als sie
an dem anderen Wagen vorbeirollten, grinste Griff Rodarte feixend an und zeigte ihm den Mittelfinger.
"Mann, Griff." Turner beschleunigte auf das Gefängnistor zu. "Was ist mit Ihnen nur los?" "Mir macht
er keine Angst." "Das sollte er aber. Falls Sie nur einen Funken Verstand hätten, würden Sie sich vor
Angst in die Hose machen. Ganz offensichtlich hat er Bandy nicht vergessen. Halten Sie sich von ihm
fern. Im Ernst. Haben Sie verstanden? Legen Sie sich nicht mit ihm an."
"Schicken Sie mir für diesen unerbetenen Rat eine Rechnung?" "Nein, dieser Rat geht aufs Haus.
Damit versuche ich nicht nur Sie zu schützen, sondern auch mich." Trotz der blasenden Aircondition
ließ Griff das Fenster herunter, als Turner durch das Tor der Bundesstrafanstalt fuhr, die während der
letzten fünf Jahre sein Heim gewesen war. Der Bereich, in dem er eingesessen hatte, war als
gelockerter Vollzug eingestuft, aber es war trotz alledem ein Gefängnis. "Nichts gegen die Bewohner
von Big Spring, aber mir kann dieses Kaff ein für alle Mal gestohlen bleiben", bemerkte er, als sie den
Ort im Westen von Texas hinter sich ließen und auf der Interstate 20 nach Osten fuhren. Die Luft war
heiß, trocken und staubig, und sie roch nach den Diesel- und Benzinabgasen auf der viel befahrenen
Autobahn, aber es war freie Luft, die erste, die Griff seit eintausendachthundertundfünfundzwanzig
Tagen schmeckte. Er saugte sie tief in die Lunge. "Ein gutes Gefühl, wieder draußen zu sein?", fragte
der Anwalt. "Sie haben gar keine Ahnung." Nach kurzem Schweigen bemerkte Turner: "Das mit
Rodarte war mein Ernst." Der sandige Wind peitschte über Griffs Gesicht und drückte die Haare an
seinen Kopf. "Entspannen Sie sich, Turner", rief er gegen das Dröhnen eines stinkenden
Viehtransporters an, der eben vorbeizog. "Ich werde Rodarte schon nicht auf die Zehen treten. Und
keinem anderen. Die Sache ist gegessen. Geschichte. Ich habe meine Strafe abgesessen und meine
Schuld gegenüber der Gesellschaft zurückgezahlt. Sie haben einen rehabilitierten, geläuterten Mann
vor sich." "Freut mich zu hören", antwortete der Anwalt mit unüberhörbarer Skepsis. Griff hatte
Rodarte im Außenrückspiegel beobachtet. Er war ihnen durch Big Spring gefolgt und fuhr ihnen immer
noch hinterher, wobei er mindestens drei Wagen zurückblieb. Falls Wyatt Turner gemerkt hatte, dass
Rodarte sich an sie gehängt hatte, sagte er nichts dazu. Griff wollte schon eine Bemerkung machen,
aber dann dachte er, dass sein Anwalt manche Dinge nicht zu wissen brauchte. Dinge, die ihm nur
Sorgen machen würden. Dreihundert Meilen später stand Griff im Wohnbereich seines neuen
Apartments, wobei Wohnbereich eine lachhafte Übertreibung war. Man konnte hier vielleicht
überleben, aber als wohnen konnte man das nicht bezeichnen. Der Raum war so schummrig, dass es
schon fast gespenstisch war, doch die erbärmliche Beleuchtung schmeichelte der Umgebung sogar.
An einer Wand zog sich wie ein gezackter Blitz ein fingerbreiter Riss von der Decke bis zum Boden.
Der Teppich war klebrig. Die Aircondition keuchte asthmatisch, und die modrige Luft, die sie ins
Zimmer pumpte, roch wie aus dem Dunstabzug einer chinesischen Schnellküche. "Es ist nichts
Besonderes", sagte Turner. "Ach was." "Aber sie verlangen keine Kaution. Die Miete ist monatlich
fällig. Betrachten Sie es als Zwischenlösung, bis Sie was Besseres gefunden haben." "In Big Spring
war's wenigstens sauber." "Wollen Sie zurück?" Vielleicht hatte Turner doch Humor. Griff ließ die
Reisetasche auf das Sofa fallen. Es sah nicht nur unbequem aus, er wollte auch lieber nicht wissen,
was das für Flecken auf dem Bezug waren. Bedauernd dachte er an das Penthouse in der
angesagten Turtle Creek Area in Dallas zurück, in dem er früher gewohnt hatte. Tagsüber
lichtdurchflutet und abends mit einem spektakulären Blick auf die Skyline gesegnet. Mit zahllosen
Annehmlichkeiten ausstaffiert. Bei der Hälfte der Apparate und Gerätschaften hatte er nicht mal
gewusst, wozu sie gut waren, oder wie er sie bedienen musste. Wichtig war nur gewesen, dass er sie
besaß.
"Haben Sie gar nichts von meinen Sachen behalten können, als Sie meine Wohnung verkauft
haben?" "Kleider. Ein paar persönliche Dinge. Bilder. Solche Sachen. Die befinden sich in einem
Lager. Aber der Rest ..." Turner schüttelte den Kopf und klimperte nervös mit den Schlüsseln, als
könnte er es kaum erwarten, wieder ins Auto zu steigen, obwohl sie fünf Stunden gefahren waren und
nur eine kurze Pause gemacht hatten. "Die Sachen in der Spielkiste habe ich zuerst liquidiert." So
hatte Griff die Zweitgarage bezeichnet, die er für seine Erwachsenenspielsachen angemietet hatte:
Ski, Tauchausrüstung, Motorrad eine Indian , ein schnittiges Angelboot mit Außenbordmotor, das
genau einmal im Wasser gewesen war. Zeug, das er vor allem gekauft hatte, weil er es sich leisten
konnte. "Danach waren der Escalade und der Porsche dran. Den Lexus habe ich erst verkauft, als ich
musste. Danach habe ich das Apartment geleert. Ich musste alles verkaufen, Griff. Um die Geldstrafe
zu bezahlen. Das Anwaltshonorar." "Ihr Honorar." Turner hörte mit dem Schlüsselklimpern auf. Unter
anderen Umständen hätte die Kampfposition, die er einnahm, nur komisch gewirkt. Griff war fast
zwanzig Zentimeter größer als er und hatte in der Haft nicht mit seinen Workouts nachgelassen. Wenn
überhaupt, war er inzwischen noch fitter als bei seinem Haftantritt. Wyatt Turner hatte hingegen den
bleichen Teint eines Mannes, der jeden Tag zwölf Stunden am Schreibtisch verbringt. Für ihn bestand
ein Workout bestenfalls aus einer Runde Golf, die er mit dem Golfmobil abfuhr, gefolgt von zwei
Cocktails im Clubhaus. Mit seinen gut vierzig Jahren hatte er vorn bereits ein weiches Bäuchlein und
hinten einen Hängehintern entwickelt. "Ja, Griff, mein Honorar", verkündete er trotzig. "Ich werde
dafür bezahlt, dass ich meinen Job tue. Das werden Sie auch." Griff sah ihn nachdenklich an und
sagte dann leise: "Das wurde ich. Das wurde ich auch."
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Sandra Brown ist ein wahres Multitalent. Sie arbeitete mit großem Erfolg als Schauspielerin und TV-Journalistin, bevor sie 1990 mit ihrem Roman »Trügerischer Spiegel« auf Anhieb einen internationalen Erfolg landete. Mittlerweile gehört sie längst zu den erfolgreichsten Autorinnen in den USA und in Europa. Jedes ihrer Bücher stand monatelang auf den Spitzenplätzen der »New York Times«-Bestsellerliste ? einmal sogar drei Romane gleichzeitig! Ihren großen Durchbruch als Thrillerautorin feierte Sandra Brown mit dem Roman »Die Zeugin«, der auch in Deutschland auf die Bestsellerlisten kletterte ? ein Erfolg, den sie mit »Nachtglut« und »Im Haus meines Feindes« wiederholen konnte. Sandra Brown lebt mit ihrer Familie abwechselnd in Texas und South Carolina.